Warum ist Raumakustik im Büro so wichtig?
Gute Raumakustik sorgt dafür, dass Gespräche am eigenen Platz gut verständlich sind, ohne Kolleginnen und Kollegen in der Nähe zu stören.
Genau diesen Bedarf beschreibt auch die Arbeitsstättenregel für Lärm: In Büros geht es in der Regel um gute Sprachverständlichkeit über kurze Distanzen bei möglichst geringer Störung Unbeteiligter (ASR A3.7, Nr. 5.2.1). In offenen Bürolandschaften mit harten Oberflächen – Glas, Beton, glatte Böden – hallt Schall lange nach. Gespräche tragen weit, der Geräuschpegel steigt, und konzentriertes Arbeiten wird schwieriger.
Welche Nachhallzeit sollte ein Büro haben?
Im unbesetzten Raum sollte die Nachhallzeit im Mehrpersonen- und Großraumbüro höchstens 0,6 Sekunden betragen, im Ein- und Zweipersonenbüro höchstens 0,8 Sekunden (ASR A3.7, Nr. 5.2.1).
Die Nachhallzeit gibt an, wie lange ein Geräusch im Raum nachklingt. Die Werte der ASR beziehen sich auf den Frequenzbereich von 250 bis 2.000 Hz, also den Bereich, der für Sprache besonders wichtig ist.
| Raumart | Nachhallzeit höchstens |
|---|---|
| Callcenter (Büro für kommunikationsbasierte Dienstleistungen) | 0,5 s |
| Mehrpersonen- und Großraumbüro | 0,6 s |
| Ein- und Zweipersonenbüro | 0,8 s |
Quelle: ASR A3.7, Nr. 5.2.1; Werte für den unbesetzten Raum, Oktavbänder 250 bis 2.000 Hz.
Wie laut darf es im Büro sein?
Bei Tätigkeiten, die hohe Konzentration oder hohe Sprachverständlichkeit erfordern, darf der Beurteilungspegel 55 dB(A) nicht überschreiten; bei allgemeinen Bürotätigkeiten mit mittlerer Konzentration liegt die Grenze bei 70 dB(A) (ASR A3.7, Nr. 5.1).
- Tätigkeitskategorie I – höchstens 55 dB(A): Arbeit mit andauernd hoher Konzentration, etwa kreatives Denken, präzises Formulieren, anspruchsvolle Entscheidungen oder Besprechungen und Verhandlungen.
- Tätigkeitskategorie II – höchstens 70 dB(A): Tätigkeiten mit mittlerer Konzentration und Routineanteilen, zum Beispiel Sachbearbeitung, Daten erfassen oder Texte bearbeiten.
Für die Planung nennt die ASR außerdem empfohlene Höchstwerte für Hintergrundgeräusche – etwa durch Lüftung oder Technik: 35 dB(A) im Konferenzraum, 40 dB(A) im Zweipersonenbüro und 45 dB(A) im Großraumbüro (ASR A3.7, Nr. 6).
Zu laut im Büro? Beschreiben Sie uns Raum und Nutzung – wir zeigen Ihnen Lösungen mit Möbeln und Akustikelementen.
Anfrage stellenWas hilft wirklich gegen Lärm im Büro?
Am wirksamsten ist eine Kombination aus Schall schlucken, Schall abschirmen und laute von leisen Bereichen trennen.
1. Schall absorbieren
Schallabsorbierende Flächen an Decke und Wänden verkürzen die Nachhallzeit. Auch Möbel können absorbieren: Schrankfronten, Rückwände von Regalen oder Sideboards mit akustisch wirksamen Oberflächen nutzen Flächen, die ohnehin vorhanden sind.
2. Schall abschirmen
Zwischen Arbeitsplätzen bremsen ausreichend hohe Elemente – Stellwände, Schränke oder Regale als Raumteiler – den direkten Schallweg. Wirksam sind sie vor allem, wenn auch die Decke darüber Schall schluckt.
3. Zonen trennen
Besprechungsinseln, Teeküche und Empfang gehören nicht neben konzentrierte Arbeitsplätze. Für Telefonate und Videokonferenzen helfen kleine Rückzugsräume. Geräuschquellen wie Drucker werden aus dem direkten Arbeitsbereich herausgenommen.
4. Boden und Oberflächen
Weiche Bodenbeläge mindern Trittschall und Geräusche von Stühlen. Textile Oberflächen und Polster tragen zusätzlich zur Dämpfung bei.

Welche Rolle spielen Möbel für die Akustik?
Möbel sind ein wirksamer Teil des Akustikkonzepts, weil sie Schall schlucken und abschirmen können, ohne zusätzliche Fläche zu beanspruchen.
Kampfmann plant Schränke, Regale und Raumteiler als Teil des Akustikkonzepts – als Maßmöbel aus der eigenen Produktion in Mömbris oder als Systemmöbel renommierter Hersteller. So entsteht Stauraum, der gleichzeitig zur Ruhe im Raum beiträgt. Welche Hersteller Kampfmann führt, zeigt die Übersicht der Lieferanten.
Wann lohnt sich eine raumakustische Fachplanung?
Bei großen offenen Flächen, Callcentern, Konferenzräumen oder wenn bereits Beschwerden über Lärm bestehen, ist eine Berechnung oder Messung der Nachhallzeit sinnvoll.
Die Nachhallzeit lässt sich vorab berechnen und nach dem Einbau messen. Für die detaillierte raumakustische Planung gibt es neben der ASR A3.7 weitere technische Normen, die eine Fachplanung berücksichtigt. Für die meisten Büros reicht eine sorgfältige Planung von Zonen, Möbeln und absorbierenden Flächen.
Häufige Fragen zur Büroakustik
Welche Nachhallzeit gilt im Großraumbüro?
Im unbesetzten Großraumbüro sollte die Nachhallzeit im Frequenzbereich von 250 bis 2.000 Hz höchstens 0,6 Sekunden betragen (ASR A3.7, Nr. 5.2.1).
Reichen Teppich und Vorhänge für eine gute Akustik?
Meist nicht allein. Weiche Böden und Textilien dämpfen vor allem hohe Frequenzen und Trittschall. Für eine spürbar kürzere Nachhallzeit braucht es in der Regel zusätzlich absorbierende Flächen an Decke, Wänden oder Möbeln sowie eine sinnvolle Zonierung.
Können Büromöbel Schall schlucken?
Ja. Schränke, Sideboards und Raumteiler mit akustisch wirksamen Oberflächen absorbieren Schall und schirmen gleichzeitig ab. Kampfmann bezieht solche Möbel in die Planung des Akustikkonzepts ein.
Quellen
- Technische Regeln für Arbeitsstätten ASR A3.7 „Lärm“, Ausgabe März 2021, Nr. 5.1 (Beurteilungspegel), Nr. 5.2.1 (Nachhallzeiten in Büroräumen), Nr. 6 (empfohlene Höchstwerte für Hintergrundgeräusche). baua.de
- Kampfmann Inneneinrichtungen: Produktion und Lieferanten. kampfmann-inneneinrichtungen.de
Werte in eigenen Worten wiedergegeben. Maßgeblich ist der im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl) bekannt gemachte Text. Diese Seite ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung und keine raumakustische Fachplanung.
